Hashing as a Service: Eine Frage der Performance

Bitcoin Mining. Die Kryptowährung Bitcoin legt derzeit eine aufregende Karriere hin. Um die begehrten virtuellen Münzen zu minen (schürfen), braucht es aber ordentlich Rechenleistung.

Noch bis vor Kurzem wurde der Bitcoin als Internetwährung für Nerds belächelt. Rasant kletternde Kurse im 2017 machten die Kryptowährung aber auch für Anleger äußerst lukrativ. Seit Anfang 2017 hat sich sein Wert verachtfacht. Mitte Dezember 2017 musste man sogar ca. 14.000 Euro für einen Bitcoin zahlen. In den letzten Monaten hat sich die Situation ein bisschen geändert – der Bitcoin-Kurs erlebt momentan interessante Schwankungen.

Der Grund für den beispiellosen Höhenflug im letzten Jahr liegt in einer hohen Nachfrage bei einem begrenzten Angebot, da die Menge der digitalen Geldeinheiten streng limitiert ist. Niedrige Transaktionsgebühren machen die digitalen Münzen als spekulative Geldanlage zusätzlich attraktiv. Hinzu kommt, dass die Akzeptanz für die Digitalwährung steigt. In Japan ist sie seit April 2017 als offizielles Zahlungsmittel zugelassen; weitere Länder könnten diesem Beispiel folgen. Ob sich der Bitcoin international als eine breit akzeptierte digitale Währung durchsetzen wird, ist immer noch unklar.

Julian Hosp, Blockchain Experte und Co-Founder von TenX, beantwortet diese Frage mit einer persönlichen Einschätzung: „Bitcoin wird sich durchsetzen, wenn BTC bei 100.000€ steht. Davor ist es noch mehr Spekulation“.

Der Bitcoin ist eine junge Währung. Erst seit 2009 wird sie öffentlich gehandelt. Hinter dem Bitcoin steckt unter anderem die Idee, mit einer virtuellen Währung einen Gegenentwurf zum klassischen Geldsystem zu bilden. Das Bitcoin-Währungssystem setzt dabei auf ein dezentrales, weltweites Peer-to-Peer-Netzwerk, bei dem jeder Nutzer direkt mit dem anderen verbunden ist.

Manipulationen praktisch ausgeschlossen
Mithilfe der Blockchain-Technologie werden die Bitcoin-Transaktionen abgesichert. Dabei handelt es sich um eine verschlüsselte Datenbank, in der alle Transaktionen gespeichert und nachvollziehbar dokumentiert werden. Da die gesamte Community des Netzwerks jede Transaktion einsehen und überwachen kann, sind Manipulationen praktisch ausgeschlossen.

Bitcoins werden mithilfe einer speziellen Software durch die Lösung komplexer Rechenaufgaben geschaffen. Hierbei müssen Datenblöcke entschlüsselt und verifiziert werden, um einen Bitcoin zu generieren. Das erledigen Hochleistungsrechner, sogenannte Bitcoin-Miner, denn dieses sogenannte Mining (deutsch: Schürfen) der digitalen Währung erfordert enorm viel Rechenleistung.

Aufgrund der hohen Komplexität des Bitcoin-Minings und der hohen Kosten für Hardware und Energie, lohnt sich eigenes Mining-Equipment kaum. Im Rahmen des Bitcoin Cloud-Mining wird die Rechenkapazität deshalb in der Cloud gemietet oder gekauft. Cloud-Anbieter stellen die erforderliche, hochleistungsstarke Infrastruktur für solche High-Performance-Computing-Anwendungen(HPC) zur Verfügung.

Erster Container Cloud-Park für Blockchain Use Cases
Die iNNOVO Cloud GmbH betreibt im Industriepark Höchst in Frankfurt am Main den ersten Cloud-Park in Deutschland mit der Kapazität für Hashing as a Service. Business Developer Supriyo Bhattacharya ist bei dem Cloud-Anbieter zuständig für das dortige RiMatrix Balanced Cloud Center (BCC), ein sofort einsetzbares, modulares Cloud-Rechenzentrum aus dem Container, das iNNOVO Cloud gemeinsam mit Rittal entwickelt hat. Er erklärt:

„Ein BCC IT Container ist bereits vollständig aktiv. Ein zweiter Container ist gerade bei Rittal in der Produktion und bis Jahresende kommt wahrscheinlich noch ein dritter dazu.“

Supriyo Bhattacharya betont:

„Die Blockchain birgt ein enormes Potential für die Zukunft und für nahezu jeden Wirtschaftszweig. Hashing as a Service für Kryptowährungen ist dabei nur eine von vielen Anwendungsmöglichkeiten, welche wir bereits für einige unserer Kunden aus unserem Cloud Park oder unserem Hyperscale RZ Lefdal Mine in Norwegen betreiben.“

Er sieht in der Blockchain-Technologie einen massiven Beitrag zur IT-Sicherheit.

„Die Blockchain-Technologie hat das Potential einen neuen Standard in Sachen IT-Sicherheit zu etablieren. Wir arbeiten hier bereits mit Partnern an einem Proof of Concepts für den Einsatz der Blockchain Technology im Bereich Industrial Internet of Things.“

Stefan Sickenberger, Geschäftsführer von iNNOVO Cloud, ergänzt:

„Der BCC IT Container hat durch sein effizientes Design den enormen Vorteil, dass er insbesondere für Anwendungsfälle, die eine hohe Energieleistungsdichte pro Rack benötigen, geeignet ist. Dazu zählen auch HPC-Anwendungsfälle wie das Hashing as a Service für Kryptowährungen. Das Resultat ist eine optimale Auslastung des Containers auf einer sehr kleinen Fläche – inklusive der passenden Kühlung.“

Glossar

Bitcoin
Meistverwendete digitale Währung. Der Name setzt sich zusammen aus Bit (kleinste elektronische Speichereinheit) und Coin (englisch: Münze).

Kryptowährung
Digitales Zahlungsmittel im Internet, bei dem alle Transaktionen durch kryptografische Verfahren abgesichert sind.

Blockchain
Dezentrale Datenbank, die auf zahlreichen Computern und Servern weltweit Informationen verarbeitet, die permanent öffentlich kontrolliert werden.

Mining
Beim Mining wird Rechenleistung verwendet, um Transaktionsdatensätze zu bestätigen und sie zu dem öffentlichen Bitcoin-Ledger hinzufügen sowie abzuspeichern. Als Belohnung für die zur Verfügung gestellte Rechenleistung erhalten die Miner eine bestimmte Anzahl an Bitcoins.